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Bericht zur MoodleMoot Berlin

31.03.2010 von (4,143 views)

Letzte Woche fand in Berlin-Adlershof die MoodleMoot statt – das Treffen der Moodle-Community.

An beiden Konferenztagen tummelten sich bei strahlendem Sonnenschein ca. 350 Moodle-Nutzende, -Entwickelnde und -Administrierende zu gemeinsamem Austausch und Weiterbildung.

Den Eröffnungsvortrag (Keynote) hielt Ralf Hilgenstock (eLeDia). Er berichtete vom Stand der Entwicklungen der heiß ersehnten Moodle-Version „2.0“. Zu den Neuerungen gehört u.a., dass die Verfügbarkeit von Moodle-Elementen (z.B. wann ein Forenbeitrag veröffentlicht wird) einzeln steuerbar werden soll, außerdem können Dateien in Moodle zukünftig zentral abgelegt werden, so dass in mehreren Kursen auf dieselbe Quelle zugegriffen werden kann (bisher musste eine Datei dafür in jedem Moodle-Kurs extra gespeichert werden).

Der zweite Konferenztag startete mit einer sehr unterhaltsamen Keynote von Gilly Salmon, Professorin für E-Learning und Learning Technologies an der Universität Leicester und Autorin zweier vielzitierter Publikationen („E-tivities“ und „E-Moderation“). Prof. Salmon erzählte auf eindrückliche Weise vom „Tree of Learning“, der deutlich machte, dass die didaktischen Wurzeln von E-Learning in bestimmten grundsätzlichen Lernprinzipien - wie dem Dialog– liegen, die bereits in historischen „Lehr- und Lernszenarien“ ihre Verwendung fanden. Einen interessanten Einblick in Prof. Salmons Ansatz zu E-Learning bietet das Projekt „Media Zoo“.

Auch in den einzelnen Vorträgen des Konferenzprogramms wurde auf Gilly Salmons Ideen Bezug genommen:
Anne C. Spindler von der Hochschule München berichtete zum Beispiel, wie Studierende mit Hilfe von Salmons 5-Stufen Modell für Online-Lernprozesse an das kooperative Lernen und Arbeiten in einem Moodle-Kurs herangeführt werden können.

Für Hochschuldozenten könnte interessant sein, was Michael Tesar von el3.at über „Rapid eLearning mit Moodle“ erzählte: Dass nämlich Contentproduktion ohne teure Software und aufwendige Einarbeitungszeit möglich ist. Beispielsweise durch Nutzung von OpenSource-Tools wie der Präsentationssoftware „Impress“  von OpenOffice die einen Export von Folien im Flash-Format erlaubt und so die Aufzeichnung und Vertonung von Folien extrem erleichtert.

Ein Wermutstropfen war die Gewissheit, nicht alle spannenden Vorträge und Workshops besucht und das ein oder andere Highlight angesichts von ca. 100 Veranstaltungen leider auch verpasst zu haben.

An dieser Stelle noch ein herzlicher Dank an alle Organisatoren und Organisatorinnen – insbesondere den Helferinnen und Helfern für Technik und Catering, die dieser MoodleMoot zu ihrem reibungslosen Ablauf verholfen haben!

Ein Kommentar zu “Bericht zur MoodleMoot Berlin”

  1. Marcel Schäfer sagt

    Moodlemoot 2010

    Ich hatte auf der Moodlemoot die Gelegenheit, in meiner Funktion als E-Learning-Koordinator über den Stand der Entwicklung des ersten Online-Studiengangs der Universität Heidelberg „Advanced Physical Methods in Radiotherapy“ zu berichten. Dabei handelt es sich um einen englischsprachigen Weiterbildungs-Masterstudiengang aus dem Bereich der Medizinischen Physik, der als Online-Studiengang berufsbegleitend angelegt ist (im Verhältnis ca. 80% Online-Phasen, 20% Präsenzphasen) und zum Wintersemester 2010/11 startet. Nähere Informationen dazu können der Website http://www.apmr.uni-hd.de entnommen werden.

    Der Vortrag berichtete über den Entwicklungsstand und die zum Einsatz kommenden Tools, Methoden und Medien des Studiengangs. Um der zeitlichen Flexibilität eines berufsbegleitenden Studiengangs Rechnung zu tragen, werden wir einen Schwerpunkt auf Vortragsaufzeichnungen und Skripte zur Inhaltsvermittlung legen, die von den Studierenden über die Plattform Moodle abgerufen werden können. Flankiert werden diese Vortragsaufzeichnungen und Skripte mit Frageforen, welche von Dozent/innen und/oder Tutor/innen betreut und bearbeitet werden. Zusätzlich werden Übungsfragen zum Thema der Vorlesung über Moodle mit dem Testmodul erstellt. Komplexere Lernszenarien werden erst im Laufe des Studiengangs eingeführt. Deshalb sollen kooperative Elemente des Moodle-Systems wie beispielsweise das Wiki-Tool erst in höheren Modulen eingesetzt werden, wenn alle Beteiligten die komplexeren Tools des Moodle-Systems kennen und mit diesen versiert umgehen können.

    Um die Kooperation und den Kontakt während der langen Online-Phasen zu fördern, wird die Software Adobe Connect verwendet, worüber zum einen virtuelle Sprechstunden abgehalten werden sollen, oder aber Vorlesungen oder Seminare mit kleineren Gruppenaufgaben. Auch hier wird wieder darauf geachtet, dass mit zunehmendem Studienverlauf komplexere Lernarrangements veranstaltet werden, um die Möglichkeiten der Software zu nutzen. Beispielsweise ist angedacht, dass die Studierenden selbst über die Software Adobe Connect anderen Studierenden Inhalte präsentieren, welche dann im Anschluss diskutiert werden können.

    Neben dieser Möglichkeit, eigenes Wissen anzuwenden und zu präsentieren, erhalten die Studierenden darüber hinaus die Möglichkeit, in kleineren interaktiven Lerneinheiten ihr neu erworbenes Wissen anzuwenden und den eigenen Wissensstand zu überprüfen. Diese interaktiven Lerneinheiten sollen mit der Software Mediator 9.0 entwickelt werden.

    Grundsätzlich wurde bei der Entwicklung des Studiengangs darauf geachtet, zum einen die Lehrenden an die Plattform Moodle heranzuführen, gleichzeitig aber auch zu gewährleisten, dass die Studierenden den Umgang mit Moodle schrittweise erlernen. Da wir nur kurze Präsenzphasen haben werden, um die Studierenden in die Nutzung der Plattform einzuweisen, soll mit diesem Vorgehen vermieden werden, dass während der Online-Phasen Komplikationen bei der Bedienung auftreten, welche die Studierenden in ihrer Arbeit behindern können.

    Diese Vorgehensweise deckt sich mit den Erfahrungen anderer, mit denen ich auf der Moodlemoot in Kontakt treten konnte. So wurde beispielsweise im Vortrag der Kollegen Holger Meeh und Manuel Altenkrich von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg (Vortragstitel: Moodle für Grünschnäbel) nachdrücklich darauf hingewiesen, dass bei der Entwicklung verschiedener Lernszenarien mit Moodle der Blick nicht nur auf die Lernenden und deren Kenntnisse im Umgang mit Plattformen gerichtet werden darf. Es sei unerlässlich, die Lehrenden und ihre Lehrgewohnheiten bei der Kursentwicklung zu berücksichtigen, um sie an den Umgang mit der Plattform zu gewöhnen. Dadurch werde die Hemmschwelle reduziert, Moodle (oder andere Lernplattformen) in den eigenen Unterricht an der Schule oder Hochschule einzusetzen.

    Dieses Fazit konnte ich auch bei anderen Vorträgen der diesjährigen Moodlemoot ziehen. Diese Erkenntnis erscheint bisweilen schlicht und eigentlich selbstverständlich, sie ist durch die eigene Arbeit, als auch durch die Vorträge und Gespräche auf der Moodlemoot 2010 als zu beachtender Aufgabenbereich unterstrichen worden.

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