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CeBIT 2017 - Eindrücke

26.03.2017 von Ingrid Dethloff (352 views)

Es war die letzte CeBiT im Frühjahr - ab nächstem Jahr soll (wegen sinkender Besucherzahlen?) ein neues Konzept  Richtung “Innovation Festival” her und ein Termin im Juni (s.a. Heise-Artikel vom 23.3.17). Dennoch: Mir gefiel das Konzept, mein eintägiger Besuch am 23.3.17 hat mir viel gebracht und auf mich machte die Messe einen vollen Eindruck. Allerdings war ich fast ausschließlich in CeBIT-Trendbereichen unterwegs, da ich dienstlich in der letzten Zeit häufiger nach Trends in E-Learning und Digitalisierung gefragt wurde.

Im Vorfeld hörte man ja schon, was die aktuellen Trends sind (s.a. Pressemitteilung CeBIT vom 16.3.17) und das kostenlose Livestreaming aus der CGC, CeBIT Global Conferences, war ein schönes Angebot. Zum Thema „Humanoide Roboter“ fand ich dort die Keynote von Prof. Hiroshi Ishiguro (YouTube-Link) hervorragend, nicht nur des Überblicks wegen über die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten, sondern auch weil mir klar wurde, dass das Thema eigentlich schon seit Jahren eines ist. Hierzulande begegnet einem in letzter Zeit häufiger das Modell Pepper mit Touchpad  (zuletzt in dem Heidelberger Bürgerforum zur “Smart City”-Bewerbung). Die französisch-japanische Entwicklung Pepper durfte natürlich auch auf der CeBIT nicht fehlen - der CGC-Vortrag der Firma SoftBank Robotics lieferte einen guten Pepper-Überblick (YouTube-Link) und wie dort erwähnt, findet Pepper in Japan großen Einsatz. So sah man ihn auf der CeBIT z. B. auch am „Kawasaki Heavy Industries“-Stand zum Aspekt “Kaffee” gleich in mehreren Exemplaren. (s.a. Foto I.D.)

Die Messe Hannover ist vom Gelände her riesig (laut Tour-Guide flächenmäßig die größte in Europa), und so konnte man es sich auch leisten, die halbe Messehalle 13 für Probefahrten mit zwei Exemplaren eines autonomen Schweizer Busses (s.a. offizielles CeBIT-Foto) zu reservieren, was großes Besucherinteresse fand. Oder man kann es sich leisten, in Halle 17 ein ziemlich großes Areal abzugrenzen (s.a. Foto I.D.), um Drohnenflüge zu zeigen - die Anzahl von Drohnen-Modellen, die ich auf der CeBIT im Vorbeigehen gesehen habe, war beachtlich (s.a. Foto I.D. dieses 20 Kilogramm-Exemplars)! In Halle 17 konnte viel ausprobiert werden zu Virtual Reality, was zu langen Besucherschlangen führte und bei meinem Kurzbesuch leider nicht realisierbar war. Gerne hätte ich auch mal eine Hololens-Augmented-Reality-Brille ausprobiert, nachdem ich vormittags die sehr interessante Microsoft-Keynote von Margeau Veenstra zu „Mixed Reality - the new commercial story” gehört hatte. Die Hololens (s.a. Microsoft-Firmenseite) hatte ich bislang noch nicht wirklich in meinem Fokus: Vorteil ist die Mobilität, d.h. dass alle Technik da drin steckt (keine Kabel, kein PC nötig) und man sich zur Nutzung frei in realen Räumen bewegen kann. Die AR-Anwendungsbeispiele für medizinische Anatomie-Ausbildung (Case Western Reserve University) sahen sehr beeindruckend aus, und dadurch dass die AR-Brille durchsichtig ist, können sich Personen untereinander sehen und unterhalten, was im Vergleich zu VR-Brillen ein Vorteil ist. Nachteil der Hololens ist dann aber wiederum das Gewicht, was auch im Praxiseinsatz bei Audi dazu führte, dass mit Google Glass gearbeitet wude und nicht mit der Hololens, um zu testen, ob dies bei der modularen manuellen Fertigung komplexer Teile im Vergleich zum Gegencheck auf einem Touchpad Vorteile bringt. Das tut es nach einer Audi-Studie auch, allerdings steigt dann wohl leider auch die Fehlerhäufigkeit und die Konzentration der Mitarbeiter leidet (zudem ist die Lesbarkeit bei Google Glasses für sie auch schlechter als bei einem Touchpad). So gesehen trifft es das schon gut, was Jens Angerer für Audi sagte: “Technology is not enough - User Experience, Business Cases and Regulations” müssen berücksichtigt werden.
Auf der 10. Serious Games Conference (Programm), an der ich auf der CeBIT vormittags teilnahm, waren AR und “Mixed Reality” (definiert als “blending physical and digital environment“) überhaupt ein großes Thema und der für die Konferenz vorgesehene „Future Talk“-Bereich in Halle 6 reichte für die vielen Interessenten kaum aus. Daher ist es sicher sinnvoll, dass die niedersächsische Ministeriums-Staatssekretärin meinte, im neuen CeBIT-Konzept solle die SGC einen größeren Anteil haben. Vieles, was aus der Richtung „Serious Games“ stammt, findet mittlerweile Praxiseinsatz und großes Interesse in der Industrie. Im Programm der SGC enthalten war auch ein Vortrag der Firma Blippar, die ursprünglich auf die Werbebranche und „digital marketing“ fokussiert war (welche wiederum sehr an AR interessiert ist), jetzt aber einen Schritt weiter geht gen “AR as an educational platform” und Blippar als “world’s leading visual browser” sieht: Nutzer sollen damit per Handy-/ Tablet-App Objekte scannen können und dadurch weitere Informationen erhalten - Anwendungen könnten für Educators, Publishers, Workspaces etc. interessant sein.

Für den Nachmittag hatte ich eine der vier angebotenen CeBIT-Guided-Tours gebucht: „Enabling technologies and communication“. Ergebnis war eine zweistündige Tour auf englisch (teil zu Fuß, teils mit Bus) zu sechs ausgewählten Messeständen mit dortigen Kurzpräsentationen und Einblicken ins Thema. Das reichte von einfach bedienbaren Videokonferenz-Alternativen per Handy (deutsche Firma Connect4Video) über das schwierige Spracherkennungs-Anwendungs-Szenario Air Traffic Control (schnelle, undeutliche Sprache, muss korrekt funktionieren, offline) der Universität Saarbrücken bis hin zu „Everyware IoT“ der italienischen Firma Eurotech, deren „Internet of Things“-Komponenten in einem beeindruckenden Plakat in DIN A1 visualisiert sind.
Bzgl. vernetzten autonomen Systemen verschiedener Hersteller (auch Stichwort „Smart Home“, s.a. Foto I.D.) besuchten wir die Stände von acatech (= Deutsche Akademie der Technikwissenschaften) und des europäischen Marktführers eq3 (Produkt Homematic). Besonders interessant fand ich den Besuch am Sennheiser-Stand mit diversen High-End-Audioprodukten. Audio ist auch bei uns extrem wichtig - bei Vorlesungsaufzeichnungen setzen wir ja auch auf qualitativ hochwertige Funkmikros. Sennheiser zeigte uns drei verschiedene Produkte: den kabellosen Kopfhörer MB660 (mit integrierten  Mikros, noise reduction, adaptive recognition), die mobile Koffer-Lösung für Webkonferenzen mit 4 oder 2 Mikros (TeamConnect Wireless, s.a. Foto I.D.) und die Hörunterstützungs-App „Sennheiser MobilecConnect” mittels der man Ton von “silent screens” in verschiedenen Sprachen etc. aufs Handy bekommen könnte.

Man sieht, die Entwicklung geht ständig voran, und ich bin gespannt auf die CeBIT 2018!

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