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Bericht zum Symposium “Medizinstudium 2.0″

07.05.2010 von (2,216 views)

Vergangene Woche fand an der Universität Tübingen das Symposium „Medizinstudium 2.0: Innovationen-Reformen-Perspektiven“ statt.

Während sich die ersten beiden Vortragsblöcke  aus politischer und wirtschaftlicher Sicht mit Themen wie den schlechten Umfrageergebnisse unter Studierenden in puncto spätere Arbeitsbelastung oder Didaktik der Lehre, Landärztemangel sowie curricularen Reformansätzen im Medizinstudium beschäftigten, war der letzte Block dem Thema „Didaktische Innovationen durch neue Medien?“ gewidmet.

Besonders interessant war die Vorstellung eines umfassenden Praxisbeispiels des Modellstudiengangs Medizin der RWTH Aachen: Am dortigen Institut für Pathologie können Studierende auf innovative und explorative Art und Weise die Zusammenhänge zwischen Histologie und Makroskopie eines kranken Organs und den klinischen Befunden oder Symptomen herstellen: mit Hilfe der virtuellen Mikroskopie können Sie hochauflösende histologische Präparate online betrachten und ihr Wissen mit Hilfe von thematisch passenden Lehrvideos von Animationen oder auch Vorlesungsaufzeichnungen ergänzen. Seit kurzem kann dieses Wissen dann auch in einer Online-Prüfung abgefragt werden. Das Projekt von Dr. Pérez-Bouza kommt - wie Evaluationen zeigen - bei den Studierenden in Aachen außerdem sehr gut an.

Aufnahmen von Operationen oder Videopodcasts sind laut Frau Victoria Ziesenitz, Medizinstudentin der Universität Heidelberg, ohnehin gern genutzte E-Learning-Ressourcen.
Zum Abschluss des Symposium gab die Studentin sehr interessante Anregungen zur Sicht der Studierenden auf E-Learning. Demnach wünschen sich ihre Kommilitonen eine bessere Vernetzung der einzelnen E-Learning-Anwendungen zum Beispiel in Form eines “Roten Fadens”, der beim Lernen die verschiedenen Systeme konstruktiv verbindet. In diesem Zusammenhang sind Kooperationen zwischen verschiedenen Universitäten und Instituten ebenso gern gesehen wie Empfehlungen von Lehrenden zu guten E-Learning-Angeboten. Von Seiten der Studierenden wird zudem Wert auf didaktisch sinnvoll gestaltete, evaluierte und somit auch qualitätsgeprüfte digitale Lernmedien gelegt.
Was Prüfungen in der Medizin betrifft, könnte mit Hilfe von fallbasierten, computergestützen Lernsystemen ein fächerübergreifender und praxisorientierter Wissenserwerb im Sinne des problemorientierten Lernens unterstützt werden, statt medizinische Kenntnisse lediglich in Form von Multiple-Choice-Fragen abzufragen.
Ein erster konkreter und einfach umzusetzender Tipp für Lehrende, der sich aus dem Vortrag von Frau Ziesenitz ableiten lässt, ist der Einsatz von moderierten Foren zum qualifizierten Austausch zu (medizinischen) Lerninhalten.

Weitere Informationen zum Symposium sowie eine Präsentation der prämierten Poster im Bereich Curriculumsentwicklung und digitale Medien im medizinischen Studium finden Sie unter URL: http://www.medizinstudium-2-0.de/medizinstudium-2-0/.

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